"Aus dem Feld der Bewerber gewann das beste Projekt"

Ein Gespräch mit Andreas Holzapfel, Ideengeber für den neuen Standort des Volkstheaters

Herr Holzapfel, es war Ihre Idee, das neue Volkstheater auf dem ehemaligen Viehhof zu bauen. Wie sind Sie darauf gekommen?

Die Zusammenarbeit mit dem Volkstheater begann 2011, als Utto Kammerl anrief, der künstlerische Betriebsleiter. Ich solle mir Gedanken machen, wie man in der Augustenstraße mehr Lagerfläche schaffen könne. Bei der Planung stellte sich dann heraus, dass ein Fluchtweg nicht dem Baurecht entsprach. Wir haben das Problem lösen können, allerdings erlaubte die Lokalbaukommission die Nutzung des Theaters nur noch bis 2022. Der Druck war da, eine neue Spielstätte zu finden.

 

Dann haben Sie aus dem Fenster Ihres Büros geschaut und den neuen Ort gesehen?

Haha, so ähnlich, ja. "uns Architekten" sind 2007 in die alte Viehbank gezogen. Schaue ich aus dem Fenster, sehe ich die Baustelle.

 

 

War es schwer, das Theater vom Viehhof zu überzeugen?

Die Idee entstand bei einem Spaziergang mit Utto Kammerl. Wir haben beide überlegt: hier würde es doch herpassen. Danach hatten wir hier einen Termin mit Christian Stückl. Seither wollte er hierhin und hat es nicht mehr aufgegeben.

Andreas Holzapfel / © Gabriela Neeb
Es gab ja verschiedene Ideen für einen Standort, aber durch Stückls Beharrlichkeit kam es hierher.

Wie ging es weiter?

Mit einem Workshop, bei dem wir überlegten, wie ein Theater hier aussehen könnte. Danach habe ich eine Skizze gezeichnet. Mit der ist Christian Stückl dann in den Stadtrat.

 

Steckte viel Arbeit in der Skizze?

Sie war ein Schnellschuss, aber der Anstoß, dass man den Viehhof erwogen hat. Es gab ja verschiedene Ideen für einen Standort, aber durch Stückls Beharrlichkeit kam es hierher.

 

Mit der ersten Skizze war Ihre Arbeit noch nicht zu Ende, oder?

Nein. Wir haben die Bestandsgebäude am Viehhof untersucht, eine Raum- und Bedarfsplanung fürs Theater gemacht, einen städtebaulichen Vorbescheid beantragt und die Leistungsbeschreibung mitentwickelt, anhand derer dann die Ausschreibung erfolgt.

 

© Gabriela Neeb

Warum nahmen Sie an der Ausschreibung selbst nicht teil?

Das ist ein schmerzhafter Punkt. Wir wollten uns bewerben, zusammen mit einem Architekturbüro aus der Schweiz. Leider wurden sich die Baufirma und die schweizer Architekten nicht übers Honorar einig. So ist das Projekt wenige Tage vor Abgabe der Bewerbung gescheitert. Für uns war es zu spät, neue Partner zu suchen.

 

Jetzt haben Sie sie jeden Tag vor der Nase, die fremde Baustelle, die ein anderer macht.

Es ist nicht so, dass wir uns täglich grämen, aber wir beobachten sie genau.

 

Und? Wird’s gut?

Es ist aus dem Feld der Bewerber eindeutig das beste Projekt gewesen. Und im Kern ist viel vorhanden von dem, was auch wir uns überlegt hatten, zum Beispiel der Eingangshof.