Der Schnurrbartfundus

Ausgabe 6, Dezember 2020
© Gabriela Neeb

 

So wie die Schnurrbärte des Volkstheaters in ihren Schubladen pinnen, könnten es auch Schmetterlinge im Naturkundemuseum sein. Doch mit Natur haben die Bärte nichts zu tun, die meisten der gut 400 Exemplare bestehen aus Kunsthaar, das der Feuchtigkeit des Atems besser widersteht. Der Fundus muss mit ins neue Haus, denn er wird rege genutzt: "Um während der Proben schnell mal was auszuprobieren", wie Renate Dorn, die Leiterin der Maskenabteilung, sagt. Für die Vorstellung vor Publikum wird aber nicht schnell, schnell, sondern mit größter Sorgfalt gearbeitet. Damit sich der Bart anschmiegt, werden die Gesichter der Schauspieler mit Silikon abgeformt, bevor die Maskenbildnerinnen Haar für Haar auf Tüll knüpfen. Zwölf Grundfarben genügen ihnen, um daraus jeden Ton zu melieren. Der Bart soll natürlich aussehen und keinesfalls wie das, was er ist: angeklebt.